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Platzgestaltung mit Segmentbogenpflaster aus Beton in Mannheim

April 2017

Pflaster hat den Bogen raus [CombiStabil]

Werden in historischen Stadtvierteln Flächen saniert, so greifen Planer bisher fast ausschließlich auf Lösungen aus Naturstein zurück, denn diese bieten oft eine perfekte Ergänzung zu den Gebäuden in so mancher Altstadt. Oft haben sich diese Beläge auch über Jahre bewährt - z.B. dann, wenn Flächen nur geringen Belastungen unterliegen. Immer häufiger trifft man jedoch in historischen Stadtvierteln auch auf Bereiche, an die neben der Optik auch höhere funktionale Anforderungen gestellt werden, da Flächen z.B. durch Lieferverkehr auch höheren Verkehrsbelastungen ausgesetzt sind. An diesen Stellen beobachten verantwortliche Stadtplaner immer wieder, dass der Naturstein an seine Grenzen stößt und es aufgrund mangelnder Belastungsfähigkeit zu Schäden in den Flächen kommt. Die Folge sind hohe Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen. Im historischen Ortskern des Mannheimer Stadtteils Seckenheim- hat man deshalb bei der Sanierung des Rathausplatzes auf eine Alternative zum Naturstein gesetzt – und das ohne den Denkmalschutz außer Acht zu lassen.

Bereits seit über 10 Jahren diskutieren die Seckenheimer Bürger über eine Umgestaltung des „Planken“ – wie der Rathausplatz im Volksmund genannt wird. Es besteht der Wunsch, den bisher fast ausschließlich von Bus- und Individualverkehr genutzten Platz für die Bürger als städtischen Freiraum aufzuwerten. Der Platzbereich um das Rathaus gilt seit langem sowohl optisch als auch technisch als sanierungsbedürftig. Einerseits ist er mit seiner aus Porphyr gepflasterten Oberfläche über die Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen worden, andererseits wünscht man sich eine Neuordnung der ÖPNV-Anbindung. Daher entschied der Planungsausschuss, den gesamten Seckenheimer Planken von Grund auf zu sanieren. Birgit Steinmaßl vom Fachbereich Tiefbau der Stadt Mannheim beschreibt die Maßnahme: „Ein sehr wichtiger Bestandteil des Plankens ist das denkmalgeschützte Rathaus. Der zentrale Platz davor lebt von seiner dreiseitig geschlossenen und überwiegend zwei- bis dreigeschossigen historischen Bebauung. Uns war es daher besonders wichtig, dass der Platz auch nach der Sanierung seinen historischen Charakter behält. Bedingung war es, dass ein Ort mit noch attraktiverer Aufenthaltsqualität entsteht als vorher, indem der Platzcharakter wieder hergestellt wird.“

Beleuchtungskonzept steigert Aufenthaltsqualität

Erreicht wurde dieses Ziel durch mehrere Maßnahmen. So wurde z.B. der Platz mit einem Schatten spendenden Baumquartier bestückt. Auf zwei Bänken zwischen den vier neuen Bäumen an der kleinen Rathausplatzfläche finden Bürger so nun Platz zum Verweilen. Ebenso kann künftig ein Weihnachtsbaum aufgestellt werden - dank speziellem Fundament und einem kleinen Senkelektrant  für die Beleuchtung. Abgerundet wird das Konzept durch eine besonders ansprechende Beleuchtung. Rund um das Rathaus wurden hierfür Bodeneinbauleuchten verbaut. Am Gebäude selbst kommen weitere Beleuchtungsmaßnahmen zur Ausführung, um den kleinen Balkon, das Rathaustürmchen und die Fassade bei Dunkelheit erstrahlen zu lassen. Im Zentrum dieser Maßnahme standen neben der Beleuchtung und der Erneuerung der Bushaltestellen auch die neu zu befestigenden Flächen rund um das Rathaus.

Gesucht: kleinformatiges Pflaster mit Altstadt-Charakter

Im Normalfall wäre hier eigentlich nur ein Natursteinpflaster in Frage gekommen“, so Birgit Steinmaßl. Äußerlichkeiten waren aber nicht das einzige Kriterium, das es bei der Befestigung der etwa 2.500 m² großen Flächen zu beachten galt. Birgit Steinmaßl fährt fort: „Auch die Stabilität des Belages spielte eine wichtige Rolle. Da der Platz auch als Wochenmarkt genutzt wird, fahren hier auch regelmäßig schwerere Fahrzeuge. Hierbei entstehen Scherkräfte, denen einzeln verlegte Steine ohne jegliche Verbundwirkung nicht lange standhalten würden. So wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, wann in der Fläche erste Schäden auftreten“, so Steinmaßl. Aus diesem Grund suchten die Verantwortlichen nach einem Pflaster, das sowohl alle optischen Kriterien erfüllt, als auch in der Lage ist, dauerhaft den Verkehrsbelastungen Stand zu halten. Fündig wurde man bei einem speziell für derartige Anwendungsfälle entwickelten Pflastersystem aus Beton. „Das ArcoStrada-Segmentbogenpflaster aus der CombiStabil-Serie des Herstellers Beton Pfenning (Lampertheim) verbindet dabei die attraktive Optik eines in Segmentbögen verlegten Kleinpflasters mit den Vorteilen eines Vollverbundpflasters.

Gefunden: Einstein-Segmentbogenpflaster aus Beton

Optisch scheint dieses System aus der Einstein-Produktfamilie – genauso wie ein herkömmliches Naturstein-Segmentbogenpflaster – aus vielen einzelnen unterschiedlichen Einzelsteinen zu bestehen. Was man nicht sieht: In Wirklichkeit setzt sich das Betonpflaster aus nur 10 unterschiedlichen Steinelementen zusammen. Die verblüffende Optik der Einzelsteine wird dadurch erzielt, indem zwei bis vier aneinander geformte Kleinsteine durch ausreichend tiefe Scheinfugen optisch voneinander getrennt werden. Winkelsteine bilden den Übergang zum angrenzenden Bogen. Um die Verlegung der 10 cm dicken Steine so einfach wie möglich zu machen, sind alle Steine mit seitlichen Markierungen an den Radiusaußenseiten versehen. Der große Vorteil dieses Pflasters liegt jedoch in seinen Stabilitätseigenschaften. Dank der Einstein-D-Punkt-Fugentechnik findet hier eine optimale Kraftübertragung zwischen den Steinen statt. Die zur regelmäßigen Aufnahme von Verkehrsbelastungen notwendige Fuge bzw. der Fugenraum wird stets eingehalten - die Elastizität der Pflasterdecke bleibt damit dauerhaft erhalten.

Optisch passende Steine zum historischen Stadtbild

Auch farblich steht der sanierte Rathausplatz dem alten Porphyrpflaster in nichts nach. Dank eines speziellen Produktionsverfahrens wirken die Steine mit ihren leicht gebrochenen Kanten und der unregelmäßigen Oberflächentextur nicht nur farblich, sondern auch oberflächlich wie echte Natursteine. „Der Farbton Heppenheim bunt verleiht der Fläche einen warmen rot-braunen Teint und passt damit bestens zum traditionellen Baustil der angrenzenden Häuser“, so Steinmaßl.

Ende 2016 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Die Planerin bemerkt abschließend: „Alles in Allem führt oft ein Zusammenspiel einzelner Maßnahmen dazu, Plätze zu beleben und neu erlebbar zu machen. Hier am Seckenheimer Planken lieferten vor Allem die mit dem neu verlegten Segmentbogenpflaster gestalteten Flächen einen wichtigen Beitrag, um das Areal in einen geeigneten Rahmen zu setzen.“

Seckenheim 1 Seckenheim 2

 


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