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Heppenheimer Villenviertel setzt auf ArcoStrada

August 2011
Patentrezept für den Denkmalschutz [ArcoStrada]

Die einen hassen es, die anderen lieben es: Kopfsteinpflaster als Straßenbelag wirkt optisch attraktiv, kann aber auch Nachteile bedeuten: aufwendige Verlegung, schlechte Begehbarkeit und vor allem die geringe Belastungsfähigkeit sind Planern und Bauherren schon lange ein Dorn im Auge. Dennoch gab es in denkmalgeschützten Stadtvierteln bisher kaum eine Alternative zu Naturstein. Die Folge sind zahlreiche defekte Straßenbeläge, die unschön geflickt wurden und hohe Aufwendungen für kostspielige Sanierungsmaßnahmen nach sich ziehen können. In der Stadt Heppenheim hat man im Jahre 2010 bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Villenviertels eine gute Lösung, bei der die attraktive Optik eines Kleinpflasters mit den Vorteilen eines gut begehbaren und belastbaren Betonpflasters verbunden wird.


Als die Verantwortlichen der Stadt an der Bergstraße beschlossen hatten, die Ernst-Ludwig-Straße zu sanieren, war den Fachleuten von vorne herein klar, dass in diesem Quartier nur ein Pflasterbelag in Frage kommt, denn das Viertel mit den Metzendorf-Villen steht komplett unter Denkmalschutz. Die Messlatte für das zu verwendende Pflastermaterial hing jedoch sehr hoch, denn die etwa 190 Meter lange Straße weist ein erhebliches Gefälle auf und wird nicht nur von den PKW der Anwohner, sondern auch von Müllautos und Möbelwagen regelmäßig befahren. Diese üben Scher- und Schubkräfte auf den Straßenbelag aus, denen einzeln verlegte Steine nicht lange standhalten würden. So wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, wann hier wieder erste Schäden auftreten. Deshalb suchte die Stadt Heppenheim nach einem Belag, der einerseits alle optischen Kriterien an den Denkmalschutz erfüllt, andererseits aber auch in der Lage ist, die Verkehrsbelastungen aufzunehmen und gleichmäßig in die Tragschichten weiterzuleiten.

Natursteinpflaster ist hoher Belastung nicht gewachsen

Seit langem bekannt und bewährt bei den Heppenheimer Stadtplanern ist das System CombiStabil aus der Einstein-Pflasterfamilie. Rund um den Bahnhof, in diversen Neubaugebieten und bei verschiedenen Sanierungsmaßnahmen kam dieses System bereits mit Erfolg zum Einsatz. Dank der D-Punkt-Fugensicherung dieses Steinsystems findet hier eine optimale Kraftübertragung zwischen den Steinen statt. Die zur regelmäßigen Aufnahme von Verkehrsbelastungen notwendige Fuge wird systembedingt stets eingehalten - die Elastizität der Pflasterdecke bleibt damit dauerhaft erhalten.

Dennoch: Für die denkmalgeschützte Ernst-Ludwig-Straße war dieses Pflaster aus rein optischen Gründen nicht zu gebrauchen. Zu deutlich wäre zur erkennen gewesen, dass Naturstein durch Beton ersetzt wird. Deshalb war man froh, dass genau zu diesem Zeitpunkt das neu entwickelte Segmentbogenpflaster mit CombiStabil-Technologie aus dem Hause Pfenning Marktreife erlangt hatte. Dieses patentierte System mit dem Namen ArcoStrada verbindet die attraktive Optik eines in Segmentbögen verlegten Kleinpflasters mit den Vorteilen eines Vollverbundpflasters.

Der Trick mit der Scheinfuge

Optisch scheint ArcoStrada – genau so wie ein herkömmliches Naturstein-Segmentbogenpflaster – aus vielen einzelnen unterschiedlichen Einzelsteinen zu bestehen. Was man nicht sieht: In Wirklichkeit setzt sich das neue Segmentbogenpflaster aus nur 10 unterschiedlichen Steinelementen zusammen. Die verblüffende Optik der Einzelsteine wird dadurch erzielt, indem zwei bis vier aneinander geformte Kleinsteine durch ausreichend tiefe Scheinfugen optisch voneinander getrennt werden. Winkelsteine bilden den Übergang zum angrenzenden Bogen. Um die Verlegung der 10cm dicken Steine so einfach wie möglich zu machen, sind alle Steine mit seitlichen Markierungen an den Radiusaußenseiten versehen – so kommt keine Verwechslung auf. Das beste daran: Dank der CombiStabil-Verbundtechnologie eignet sich das neue Systempflaster für Flächen bis Bauklasse III.

Auch farblich steht das neue Betonpflaster einem Natursteinpflaster in nichts nach. Die vielen Farb- und Oberflächenvarianten sehen echten Porphyr-, Basalt- oder Granitpflastern zum verwechseln ähnlich. Dank eines speziellen Produktionsverfahrens wirken die Steine mit ihren leicht gebrochenen Kanten nicht nur farblich, sondern auch oberflächlich wie echte Natursteine.

Mit Abschluss der Baumaßnahme im Frühjahr 2011 war sich die Gemeinde Heppenheim sicher, ein gutes Patentrezept für den Denkmalschutz in der Stadt gefunden zu haben. Ein Beweis dafür liegt bereits vor, denn zahlreiche weitere Baumaßnahmen mit diesem Material wurden bereits erfolgreich umgesetzt.

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