Beste Ökobilanz

Mit Betonpflaster

Zahlreiche Gehwege in Deutschland geben kein gutes Bild ab. In manchen Städten und Gemeinden sind Schlaglöcher längst ein trauriger und auch gefährlicher Dauerzustand – nicht nur in den Straßen. Vieles spricht für eine nachhaltige bauliche Lösung beim Neu- und Ersatzbau: die Betonpflasterbauweise. Neben den gestalterischen und funktionalen Vorzügen haben Betonpflasterdecken in ungebundener Ausführung auch deutliche Vorteile hinsichtlich des Umwelt- und Klimaschutzes. Dies belegt der ökobilanzielle Vergleich von Oberbaukonstruktionen von Gehwegen, den der Betonverband SLG im Jahre 2009 veröffentlicht hat.

3Bilder

VERGLEICH VON BETONPFLASTER MIT ASPHALT, KLINKER- UND NATURSTEINPFLASTER 

Im Rahmen dieser Studie wurden Oberbaukonstruktionen nach den einschlägigen Regelwerken für vier typische Einsatzbereiche, unter anderem für Gehwege, untersucht. Dabei wurden die Varianten Asphaltdecke, Betonpflaster-, Klinkerpflaster- und Natursteinpflasterdecke berücksichtigt. Bei letzterer wurden wegen der Importrelevanz unterschiedliche Herkunftsszenarien angenommen: Import aus Polen, Import aus Portugal sowie ein „Herkunftsmix“ (40% aus Deutschland, 30% aus dem europäischen Ausland, 30% aus China). Die Ökobilanzberechnungen zeigen, dass die Umweltwirkungen vor allem durch Abbau, Herstellung, Transport, Einbau und End-of-Life der Baustoffe für die Gehwegdecke beeinflusst wer den. Hier kristallisierten sich die ökobilanziellen Vorteile der Betonpflasterdecke deutlich heraus. 

BETONPFLASTER GEHT ALS KLARER SIEGER  DURCHS ZIEL

Beim Gesamt-Primärenergiebedarf ging die Variante mit Betonpflaster über den gesamten Lebenszyklus als klarer Sieger durchs Ziel, gefolgt von den Natursteinvarianten, bei denen allerdings die Bilanz mit zunehmendem Transportweg deutlich schlechter wird. Bei den Auswirkungen auf den Treibhauseffekt waren Asphalt, Betonpflaster und die Natursteinvariante „Polen-Import“ ungefähr gleichauf – mit leichten V orteilen für den Betonstein. Deutlicher wurden die Unterschiede bei der Bewertung des Sommersmogpotenzials: Während das Betonpflaster wiederum am besten abschnitt, machten sich bei der Asphaltvariante die Emissionen durch die Straßenbelagsarbeiten negativ bemerkbar. Bei der Natursteinvariante „Herkunftsmix“ wurden die sehr ungünstigen Ergebnisse durch den Transport des Baustoffs maßgeblich beeinflusst. Im Allgemeinen gilt, dass sich mit zunehmenden Transportwegen die Ökobilanz verschlechtert. Insofern sind zum Beispiel importierte Natursteine aus Übersee für den Straßen- und Wegebau aus ökobilanzieller
Sicht stark zu kritisieren.

beton

 GESAMTSIEGER: DAS BETONPFLASTER

Auch in den weiteren Wirkkategorien Versauerungspotenzial und Nährstoffeintragpotenzial wurden die günstigsten Werte von der Asphalt- und der Betonpflastervariante erreicht. Hier lieferte wiederum die Natursteinvariante „Herkunftsmix“ einen rund sechsfach bzw. zehnfach höheren Wert. Nur beim Ozonabbaupotenzial konnten sich die zwei Natursteinvarianten „Polen-Import“ und „Portugal-Import“ im Vergleich gegen die Asphalt- und Betonsteinvariante durchsetzen. Hier wirkten sich der Abbau und der Herstellungsprozess der Baustoffe sowie der damit verbundene Energieeinsatz stärker aus. Insgesamt zeigt die Untersuchung, insbesondere hinsichtlich der im Fokus stehenden Themen Carbon Foot Print und Energiebedarf, dass die Betonpflasterdecke für die Herstellung von Gehwegen nach den zugrunde gelegten Bemessungsvorgaben der RStO eindeutig die geringsten Umweltwirkungen erzeugt.

oekotext