Fachbegriffe

fachbegriffeAbrütteln
Verdichtung und Einebnen der verlegten Pflasterfläche mit einem Rüttler. Dabei “setzt” sich die Pflasterung um ca. 1 cm, dies ist beim Anlegen des Planums zu berücksichtigen. Zur Vermeidung von Oberflächenschäden der Pflastersteine sollte der Rüttler immer mit einer Kunststoffmatte eingesetzt werden.

Abstandshalter
An den Seitenflächen der Pflastersteine befinden sich “Nasen” von ca. 2 mm Dicke. Diese dienen dazu, selbst bei “press” verlegten Pflastersteinen eine Mindestfuge zum Verhindern von Abplatzungen an der Steinkante zu sichern. Die normale Pflasterfuge sollte 3 - 5 mm betragen.
Bei Fugenpflastersteinen haben die Abstandhalter die Stärke der gewünschten Fugenbreite, sie sind so stabil ausgeführt, dass die bei Belastung auftretenden Kräfte übertragen werden.

Ausblühungen
Weißlich bis graue Kalkflecken auf der Oberfläche von Betonprodukten. Diese entstehen durch Kalziumhydroxid (Ca(OH)2), das während der Aushärtung des Betons entsteht und durch Kapillarwirkung an die Steinoberfläche gelangt. Dort reagiert es mit Kohlendioxid der Luft zu Kalk (Ca CO3). Diese Ausblühungen haben also eine ganz natürliche Ursache, sie stellen keinen Qualitätsminderung des Steines dar. Der Kalkschleier ist nicht dauerhaft, er wird durch normale Beanspruchung (Abrieb) und Verwitterung ( Regen, Schnee etc.) in etwa 1 bis 2 Jahren abgetragen. Danach kommt es in der Regel nicht zu weiteren Ausblühungen. Um diese Zeit zu verkürzen, kann der Schleier auch “abgesäuert” werden (geeignete Absäuerungsmittel gibt es im Fachhandel). Verpackungsfolien begünstigen das Ausblühen (Schwitzwasser), deshalb sollten lange Lagerzeiten bei folienverpackten Steinen vermieden werden.

Bettung / Pflasterbett
Sie ist Ausgleich für Unebenheiten der Tragschicht und der Pflasterung. Sie sollte in verdichtetem Zustand zwischen 3 und 5 cm betragen und aus Sand, Splitt oder Brechsand bestehen. In das über Lehren abgezogene, nicht verdichtete Bett wird das Pflaster verlegt (abgezogene Bettung nicht betreten!) und nach dem Verfugen abgerüttelt. Bei wasserdurchlässigen Pflasterungen beachten Sie bitte die Hinweise der jeweiligen technischen Merkblätter.

Fase
Umlaufende Kante an der Oberseite des Pflastersteines zur Reduzierung von Kantenschäden.

Filterstabilität
Dieser Begriff aus der Bodenkunde definiert, dass zwischen einzelnen Bodenschichten kein Materialaustausch stattfindet. Für Pflasterungen bedeutet das, dass die Korngrößen der Materialien für die einzelnen Schichten so ausgewählt werden, dass sie nicht in die jeweils darunterliegende Schicht eingeschlämmt werden können. Dies gewährleistet einerseits die Tragfähigkeit und andererseits die Sickerfähigkeit der Fläche.

Fuge
Abstand zwischen den Steinen, der im Normalfall ca.3 - 5 mm betragen soll. Sie dient zur Aufnahme des Fugenmaterials, welches die Schubkräfte innerhalb des Pflastersteinverbundes übertragen muss. Bei wasserdurchlässigen oder begrünbaren Fugenpflasterungen soll der Fugenabstand gleichbleibend groß sein, dies wird bei Beton Pfenning durch stabile, angeformte Abstandhalter gewährleistet.

Fugenmaterial
Für Normalfugen wird gewöhnlich Sand mit einer Körnung von 0/2 mm eingesetzt, der in die Fugen eingekehrt wird; notfalls auch wiederholt, um die zur Abstützung notwendige Füllung zu erreichen. Hinweise zu Fugenmaterial für wasserdurchlässige Pflastersysteme entnehmen Sie bitte den entsprechenden technischen Merkblättern.

Kernbeton
Tragender Kern von mehrschichtig aufgebauten Beton-Steinen.

Niederschläge
Gemessen werden Regenspenden in Liter pro Sekunde und Hektar oder die Regenintensität in mm pro Minute. Eine Wasserdurchlässigkeit ist dann erreicht, wenn das Pflastersystem, die Trag- und Frostschichten und der Unterbau eine den üblichen Intensitäten entsprechende Sickerleistung aufweisen.

Nuancierung / Colormix
Färbung von Betonsteinen mit mindestens zwei unterschiedlichen, ineinanderlaufenden Farben. Changierender Farbeindruck für lebendige Flächengestaltung.

Oberbau
Die gesamte, oberhalb des Planums (anstehender Boden oder Aufschüttung) aufgebaute Schicht einer Verkehrsfläche. Bei Pflasterungen meist bestehend aus einer Frostschutzschicht und/oder Tragschicht, der Bettung und der Pflasterung. Der Aufbau in Art und Dicke richtet sich nach Belastung und Frostempfindlichkeit (siehe RStO).

Planum
Untergrund, auf den der Oberbau aufgebracht wird. Meist der anstehende Boden, aber auch durch Schüttung mit nachfolgender Verdichtung herstellbar.

Sickerfähigkeit
Auch Wasserdurchlässigkeit. Gibt an, ob ein Pflastersystem und der Untergrund eine genügend hohe Wasserdurchlässigkeit haben, um die in unseren Breiten üblichen Regenspenden zu versickern.
Testen Sie die Sickerfähigkeit Ihres Bodens.
Sinn haben sickerfähige Pflasterungen nur, wenn auch der Untergrund das Versickern von Wasser ermöglicht. Dichte Tonschichten z. B. lassen kaum Wasser durch.

Ein einfacher Test bringt Ihnen Gewissheit:

  • Im Bereich der vorgesehenen Pflasterungen ein rechteckiges Loch mit möglichst senkrechten Wänden von ca. einer bis zwei Spatenbreiten graben. So tief, wie der Boden für den Pflasteroberbau (Planum für Trag- und Frostschicht) ausgehoben werden muss.
  • Den Boden mit ca. 2 cm Splitt oder Feinkies bedecken.
  • Das Loch ca. 1 Stunde lang gut wässern, damit der Untergrund gut durchfeuchtet ist. Bitte während dieser Zeit nicht trocken werden lassen!
  • Einen Zollstock in das Loch stecken, ggf. an einem Stock fixieren (darf nicht umfallen).
  • Grube mit Wasser (ca. 30 cm hoch) füllen, den Wasserstand am Zollstock ablesen und zusammen mit der Uhrzeit notieren (oder Stoppuhr verwenden, dann abgelaufene Zeit mit den Wasserständen notieren).
  • Eine halbe Stunde lang alle 10 Minuten den Wasserstand messen und zusammen mit der Uhrzeit notieren.


Werte...

  • kleiner als 0,03 cm/min : keine Sickerfähigkeit
  • größer 0,03 bis 0,12 cm/min : bedingt sickerfähig, eventuell Frostschutzschicht erhöhen (Fachpersonal befragen)
  • größer 0,12 bis 30 cm/min : sickerfähig
  • größer 30 cm/min : zu schneller Abfluß, bedenklich wegen Grundwasserverschmutzung, ggf. Abstand zum Grundwasser prüfen (Fachpersonal befragen)

Beispiel:

Wasserstand bei Beginn: 28 cm
nach 10 Minuten 22,5 cm Differenz 5,5 cm
weiter 10 Minuten 17,5 cm Differenz 5,0 cm
weiter 10 Minuten 13,0 cm Differenz 4,5 cm

Summe der Zeit:
30 Minuten Gesamtdifferenz 15 cm

Berechnung der Versickerungsrate = Gesamtdifferenz : Summe der Zeit.

Unser Beispiel: 15 : 30 = 0,5 cm/min

Zum Vergleich: 300 l/(s·ha) Regenspende entsprechen 1,8 mm/min, also 0,18 cm/min.



Tragschicht
Auf das Planum oder die Frostschutzschicht aufgebrachte, geebnete und verdichtete Schicht zur Aufnahme der Bettung. Die Dicke richtet sich nach Belastung und Frostempfindlichkeit.